In Tune Ob lästige Ohrwürmer oder heiter gesummte Erinnerungen – jeder bewahrt in seinem Gedächtnis einen Schatz von Melodien auf. Allerdings ist es gar nicht so einfach, eine schöne Melodie zu erfinden (jeder, der dies schon mal versucht hat, wird es bestätigen können). Von vielen der schönsten Exemplare ist der Erfinder gänzlich unbekannt ... Mit unserem Programm wollen wir einen kleinen Blick in die reiche Welt der Melodien (engl. tune) wagen. Komponieren war mit Sicherheit vor 400 bzw. 500 Jahren genauso anspruchsvoll wie heute. Für die Komponisten dieser Zeit galt es unter anderem als besondere Herausforderung, bereits bekannte und besonders beliebte Melodien auf höchst kunstvolle Art und Weise in ein vielstimmiges Geflecht einzubetten. So entstanden viele Stücke, die als Basis dieselbe Melodie hatten. Es war schließlich die Kunst des Komponisten, etwas Besonderes und Einzigartiges daraus zu machen. Werke von Josquin Desprez, Adrian Willaert, Eustache DuCaurroy oder Samuel Scheidt beweisen dies eindrücklich. Als Ergänzung zur Musik der Renaissance wählte B-FIVE zwei Stücke von Komponisten unserer Zeit – Johannes Kretz und Hans Stadlmair – , die beide auf ihre ganz eigene Art mit der Idee Melodie arbeiten. Während Johannes Kretz mit 'in tune' ein geheimnisvolles mikrotonales Lied verarbeitet, bietet Hans Stadlmairs 'Triptychon' ein Feuerwerk der melodischen Einfälle, das nach einem melancholischen Beginn in einer humoristisch-bizarren Tanz mündet. Ein faszinierendes Kaleidoskop der musikalischen Ideen, bei dem man hören kann, auf welch unterschiedliche Art und Weise Komponisten von Melodien inspiriert werden und diese nach (oder gegen) alle Regeln der Kunst durchleuchten und verarbeiten.
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